Ein kleines Wunder im Schnee zum Start der Ski-WM: Celine Marti aus Haiti eröffnet das Turnier in Trondheim. Dass die 45-Jährige überhaupt antreten kann, ist alles andere als selbstverständlich: Als Baby wird sie auf der Straße gefunden, wird adoptiert und ist nun selbst Mutter.

Celine Marti freute sich wie eine Schneekönigin. "Ich habe die WM eröffnet, wow! Daran werde ich mich mein Leben lang erinnern", sagte die Skilangläuferin aus Haiti und zeigte auf ihren Rennanzug mit der Nummer 1: "Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen."

Die 45-Jährige war zwei Wochen zuvor bereits bei der Alpin-WM in Saalbach-Hinterglemm im Slalom und Riesenslalom angetreten. Anders als in Österreich ließ sie in Trondheim als 53. immerhin ein halbes Dutzend Läuferinnen hinter sich. "Hier war es etwas einfacher. In Saalbach war es doch ziemlich steil", sagte sie und lachte laut.

Noch bemerkenswerter ist aber Martis Lebensgeschichte. "Ich wurde als Baby auf der Straße gefunden und es war unklar, ob ich überlebe", erzählte sie. Sie schaffte es, wurde im Alter von neun Monaten adoptiert und wuchs bei einem Ehepaar in der Schweiz auf. Inzwischen ist sie selbst Mutter, ihre Tochter stand in Trondheim am Streckenrand, feuerte sie an und nahm sie nach einem wahren Interview-Marathon in den Arm.

Marti arbeitet bei Polizei und Feuerwehr

In der Schweiz arbeitet Marti als Polizistin am Flughafen in Genf, zudem bei der Freiwilligen Feuerwehr. Doch ihre Leidenschaft bleibt der Skisport, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. "Ich würde nächstes Jahr gerne Haiti bei den Olympischen Spielen vertreten", sagte sie. Auf der Piste oder in der Loipe? "Ach, eigentlich ist mir das egal", sagte Marti, überlegte kurz und meinte dann: "Aber wenn ich darüber nachdenke: Langlauf ist meine Priorität."

Neben Marti ragte die Brasilianerin Jaqueline Mourao, ebenfalls bereits 45 Jahre alt, als Multitalent heraus. Mourao hat seit 2004 an drei Olympischen Sommerspielen im Radsport und fünf Winterspielen im Skilanglauf sowie Biathlon teilgenommen. 2014 in Sotschi und 2022 in Peking war sie Brasiliens Fahnenträgerin.

Noch waren die riesigen Tribünen im Granasen-Skizentrum weitgehend menschenleer, dies wird sich in den kommenden Tagen ändern: Vor allem die Staffelrennen im Skilanglauf mit dem Duell der Erzrivalen Norwegen und Schweden werden Zehntausende Fans anziehen. Bis zum 9. März werden bei den zweiten Nordischen-Weltmeisterschaften in Trondheim nach 1997 25 Wettbewerbe ausgetragen, hinzu kommen erstmals zwei Entscheidungen im Para-Langlauf. Offiziell eröffnet wird die WM am Mittwochabend auf dem Torvet-Platz in der Innenstadt von Trondheim.

Das deutsche Team hat am Donnerstag durch Kombiniererin Nathalie Armbruster im Massenstart die erste große Medaillenchance. Auf Gold hoffen die Skispringerinnen um Titelverteidigerin Katharina Schmid und Kombinierer Vinzenz Geiger.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke