Den langjährigen Bundesliga-Manager Oliver Ruhnert zieht es nach seiner gescheiterten Kandidatur für den Bundestag in den Profifußball zurück. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird der 53 Jahre alte BSW-Politiker noch in dieser Woche mit dem 1. FC Union Berlin über eine weitere Zusammenarbeit sprechen.

„Jeder weiß, wie sehr ich meinen Job im Fußball liebe. Selbstverständlich möchte ich dort weiterhin aktiv sein“, sagte Ruhnert bei t-online.de. „Menschen, die sich um ein öffentliches Mandat bewerben, kehren ja häufiger in ihren Job zurück, sollte die Wahl nicht gelingen.“

Der ehemalige Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04 arbeitete seit 2017 erst als Chefscout und dann als Sport-Geschäftsführer für die Unioner. Auf eigenen Wunsch übernahm Ruhnert vor dieser Saison wieder die Position des Chefscouts und ließ diese ab Januar 2025 ruhen, um sich auf seinen Wahlkampf für das Bündnis Sahra Wagenknecht zu konzentrieren. Sein Nachfolger als Geschäftsführer Sport wurde mit Horst Heldt ein Ex-Schalker.

Ruhnert will zurück zu Union

Bei der Bundestagswahl am Sonntag scheiterte das erst vor einem Jahr gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht aber knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Auch Ruhnert selbst erreichte als Direktkandidat des Wahlkreises Berlin-Marzahn-Hellersdorf mit 8,6 Prozent der Stimmen nur das fünftbeste Ergebnis von acht Kandidaten.

Das Direktmandat gewann der AfD-Kandidat Gottfried Curio mit 29,5 Prozent der Stimmen. Darauf folgten CDU-Kandidat Mario Czaja (29,2 Prozent), Linken-Kandidatin Katalin Gennburg (16,8 Prozent) und Ben Schneider von der SPD (8,7 Prozent). Hinter sich lassen konnte Ruhnert immerhin noch Grünen-Kandidatin Maren Tepper (4,1), Konrad Klamann von der FDP (1,3) und Peter Schmidt von den Freien Wählern (1,2).

„Wir haben uns immer auf den Zweitstimmenwahlkampf fokussiert und keine großen Anstrengungen für Direktkandidaten unternommen. Vor allem deshalb bin ich mit knapp elf Prozent dort nicht unzufrieden, zumal es das beste Berliner Ergebnis ist“, erklärt Oliver Ruhnert am Montag gegenüber „t-online“. Alles Weitere werde die Zukunft zeigen, dafür ist „die Wahl noch zu frisch“.

Ruhnerts Vertrag mit dem 1. FC Union ruht noch bis Ende Februar. „Ehrlicherweise fühle ich mich in meiner Funktion des Chefscouts sehr wohl und strebe gerade nicht nach anderen Funktionen“, sagte Ruhnert.

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