Für eine neue Fritzbox kann man rund 100 Euro oder fast 400 Euro ausgeben. Bei der Auswahl, welche es davon sein soll, kommt es darauf an, was man damit machen möchte und was der Internetanschluss bietet. ntv.de zeigt, welche Modelle es gibt, was sie können und welchen Ansprüchen sie genügen.

Laut dem Fachhändler-Portal aetka.de haben AVM-Router in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Den großen Erfolg hat die Fritzbox ihrer Zuverlässigkeit, einer unkomplizierten Handhabung und einer im Laufe der Jahre stetig gewachsenen Vielseitigkeit zu verdanken.

Doch so gut die Geräte auch sind, irgendwann müssen sie ersetzt werden, wobei die meisten Fritzbox-Nutzerinnen und Nutzer wieder zu einem Berliner Router greifen. Und dann gibt es ja noch Haushalte, in denen zum ersten Mal eine Fritzbox einziehen soll.

Egal aus welchem Grund ein neuer AVM-Router angeschafft werden soll, die Auswahl ist riesig, insgesamt hat der Berliner Hersteller aktuell 20 verschiedene Geräte im Angebot. Doch nicht jede davon passt an jeden Internetanschluss, und nicht jeder Nutzer benötigt das stärkste Modell mit allen Funktionen. ntv.de erklärt, welche Fritzbox was kann, und welcher Router der richtige für welche Ansprüche ist.

An welchen Anschluss soll die Box?

Bevor man sich eine Fritzbox aussucht, gilt es, die Anschlussart zu kennen. Noch haben die meisten deutschen Haushalte DSL-Anschlüsse, weitverbreitet ist nach wie vor auch Internet über einen Kabel-TV-Anschluss. Möglicherweise hat man bereits einen superschnellen Glasfaseranschluss, und für manche Nutzer kann auch ein Gerät mit integriertem Mobilfunk-Modul die beste Wahl sein. Entsprechend der Internetleitung und der gebuchten Geschwindigkeit sollte dann auch die Fritzbox ausgestattet sein.

Welche Ansprüche soll sie erfüllen?

Als Nächstes gilt es zu überlegen, was die Fritzbox im Haushalt auf dem Kasten haben muss. In kleinen Wohnungen mit wenigen verbundenen Geräten (Clients) muss es beispielsweise nicht das schnellste WLAN mit mehreren Funkeinheiten sein. Auf Smart-Home-Funktionen kann man in so einem Fall wahrscheinlich auch verzichten.

Was das TV-Streaming betrifft, darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Selbst die Datenraten der einfachsten Verträge reichen dafür in Verbindung mit der schlichtesten Fritzbox normalerweise locker aus, solange nicht mehrere Nutzer gleichzeitig streamen. Wichtiger ist, dass die Übertragung stabil ist und das WLAN nicht zu lange Strecken überbrücken muss.

In größeren Haushalten mit mehreren Nutzern und zahlreichen Clients sollte es mindestens eine Mittelklasse-Fritzbox sein. Das Gerät erlaubt dann auch, Festnetz-Telefone (DECT) anzuschließen, wenn man sie noch benötigt. Und sie kann als Zentrale im vernetzten Heim dienen - die jüngsten Modelle unterstützen über den Zigbee-Standard auch Geräte anderer Hersteller.

Aufs Alter achten

Eine Fritzbox ist langlebig. Das betrifft nicht nur die zuverlässige Hardware, sondern auch einen für die digitale Welt verhältnismäßig langen Software-Support. Fünf Jahre Updates erhalten die Geräte garantiert, bis die Unterstützung komplett endet, vergeht aber oft deutlich mehr Zeit.

Natürlich funktionieren die Geräte auch danach noch einwandfrei, aber die Sicherheit wird ohne Updates immer löchriger. Gerade bei den teureren Top-Modellen ist es sinnvoll, darauf zu achten, eine möglichst neue Fritzbox zu kaufen, damit sich die Investition auch langfristig lohnt.

Ohne Modem

Wenn vom Internetanbieter ein vernünftiges Modem im Preis inbegriffen ist, auf kleinerem Raum keine Highspeed-Datenraten benötigt werden und auch sonst keine Extras gefordert sind, könnte man eigentlich zur 75 Euro günstigen Fritzbox 4040 greifen. Doch sie wurde bereits im September 2016 eingeführt und ist ein Auslaufmodell.

Alternativ bietet AVM als Router ohne Modem die Fritzbox 4060 an, die im Januar 2022 auf den Markt kam. Sie hat drei WLAN-Funkeinheiten, beherrscht den moderneren Standard ax (Wi-Fi 6) und gibt mit Übertragungsgeschwindigkeiten mit bis zu 2400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Gas. Außerdem funkt der Router auch mit 5 Gigahertz (GHz), was weniger störanfällig ist und auf kurze Distanz wesentlich höhere Datenraten als das 2,4-GHz-Band ermöglicht.

Das Gerät kann als Mediaserver gespeicherte Musik streamen oder als heimischer Cloud-Speicher dienen (NAS). Und wie alle aktuellen Fritzboxen ist die 4060 Mesh-fähig. Das heißt, unter einer einheitlichen WLAN-Adresse übergibt sie ohne Unterbrechung Smartphones und andere Geräte an Repeater oder Powerline-Sender, wenn diese eine bessere Verbindung bieten.

Der Router kann auch als Basisstation für bis zu sechs DECT-Telefone und als Smart-Home-Zentrale dienen, bietet Fax- sowie Anrufbeantworter-Funktionen und verfügt als Mediaserver oder NAS über einen internen Speicher. Die Fritzbox 4060 hat allerdings nur drei Gigabit-Anschlüsse und eine USB-Buchse, und man muss mindestens 220 Euro für sie hinblättern.

Erst im vergangenen Herbst ist die Fritzbox 4050 auf den Markt gekommen, die man bereits für unter 130 Euro bekommen kann. Sie unterstützt ebenfalls Wi-Fi 6, ist aber ansonsten etwas schwächer ausgestattet als die 4060. Vor allem hat sie nur eine 5-GHz-Antenne und erreicht im 2,4-GHz-Frequenzband lediglich Geschwindigkeiten bis 1200 Mbit/s. Für kleinere Wohnungen mit nicht zu vielen vernetzten Geräten sollte die Fritzbox 4050 aber völlig ausreichend sein.

Kabelanschlüsse

Bereits seit Dezember 2021 gibt’s die Fritzbox 6690 Cable, die der Online-Handel ab etwa 260 Euro im Angebot hat. Damit ist sie zwar auch nicht mehr die Allerjüngste, hat aber immerhin WiFi 6 an Bord, mit dem sie Übertragungsgeschwindigkeiten von theoretisch bis zu 4800 Mbit/s erreichen kann. Wer auf Highspeed steht, wird sich auch freuen, dass die 6690 Cable neben drei Gigabit-LAN-Anschlüssen einen weiteren 2,5-Gbit-Port auf der Rückseite hat. Dazu kommen zwei USB-3.0-Buchsen und zwei analoge Eingänge.

Wer für die Zukunft gerüstet sein möchte, greift stattdessen zur Fritzbox 6670 Cable. Sie bietet für knapp 290 Euro unter anderem Wi-Fi 7 und beherrscht Zigbee. Allerdings nutzt ihr WLAN nicht die 6-GHz-Frequenz und hat nur zwei Antennen an Bord, während die 6690 Cable vier hat. Neben einem 2,5-Gigabit-Port besitzt die 6670 Cable vier Gigabit-Anschlüsse, aber nur einen USB-2.0-Eingang. Ist Wi-Fi oder Zigbee verzichtbar, könnte man auch zur weitgehend identisch ausgestatteten Fritzbox 6660 Cable (Februar 2020) greifen, sie ist aber ebenso teuer.

DSL-Mittelklasse

Für rund 100 Euro findet man die Fritzbox 7510 (Marktstart Dezember 2021) im Online-Handel. Sie beherrscht auch Telefon- und Smart-Home-Funktionen. Der Einsteiger-DSL-Router ist allerdings eher etwas für spezielle Kunden. Denn die 7510 unterstützt zwar Wi-Fi 6, hat aber für ältere verbundene Geräte nur WiFi 4 statt des schnelleren Wi-Fi 5 parat. Außerdem nutzt die 7510 nur die 2,4-GHz-Frequenz, mit der sie auf lediglich 600 Mbit/s kommt.

Für rund 65 Euro mehr bekommt man die Fritzbox 7530 AX, die im November 2020 auf den Markt kam. Sie bietet Wi-Fi 6, funkt auch im 5-GHz-Netz und erreicht hier mit bis zu 1800 Mbit/s die wesentlich höheren Übertragungsraten. Obendrein bietet sie vier LAN-Anschlüsse, während die 7510 nur einen hat.

DSL-/VDSL-Oberklasse

Die DSL-Oberklasse beginnt mit der Fritzbox 7590 AX (September 2021), die für etwa 230 Euro angeboten wird. Sie unterstützt zwar auch nur Wi-Fi 6, erreicht aber mit bis zu 2400 und 1200 Mbit/s hohe Geschwindigkeiten bei 5 und 2,4 GHz. Sie kann als Telefonanlage dienen und hat auf der Rückseite vier LAN-Anschlüsse.

Wer die neueste Technik mit Wifi 7, 6-GHz-Frequenzband, Top-Übertragungsgeschwindigkeiten und vielen Anschlussmöglichkeiten haben möchte, findet sie mit der erst ein paar Monate alten Fritzbox 7682, die online ab 350 Euro zu finden ist.

Die Investition lohnt sich speziell für Mehrfamilienhäuser, die einen Glasfaseranschluss im Keller haben, die einzelnen Wohnungen aber noch über Kupferkabel versorgt werden. Dafür unterstützt die 7682 G.fast. Die Technik ermöglicht bei solchen Anschlüssen theoretische Übertragungsraten bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s).

Das Gerät hat einen WAN-Anschluss und eine LAN-Buchse mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 2,5 Gbit/s an Bord. Zwei weitere LAN-Anschlüsse schaffen bis zu 1 Gbit/s. Über 5 GHz sind bis zu 5760 Mbit/s möglich, über 2,4 Mbit/s 1200 Mbit/s. Und als High-End-Modell kann die Fritzbox 7682 natürlich auch als Telefonanlage dienen.

Seit dem Juni vergangenen Jahres ist die Fritzbox 7690 auf dem Markt. Für Preise ab etwa 285 Euro unterstützt sie zwar kein G.fast, ist aber ansonsten die bessere und günstigere Option für anspruchsvolle DSL-/VDSL-Haushalte. Denn sie kann unter anderem als Zigbee-Zentrale dienen. Das heißt, sie ist in der Lage, im vernetzten Heim auch Geräte anderer Hersteller einzubinden, die diesen plattformübergreifenden Standard unterstützen. Außerdem erreicht sie mit bis zu 1376 Mbit/s höhere Geschwindigkeiten über 2,4 GHz.

Ebenfalls seit vergangenem Juni ist die Fritzbox 5690 Pro zu haben. Sie ist aktuell das unangefochtene Flaggschiff der AVM-Router und kostet etwa 370 Euro. Sie ist nicht nur DSL- und Glasfaser-Router in einem, sondern kann auch als erste Fritzbox die Vorteile von Wi-Fi 7 voll ausschöpfen, indem sie zusätzlich zu 2,4 und 5 GHz auch im 6-GHz-Frequenzband funkt. So hat sie theoretisch eine Gesamtbandbreite von 18.490 MBit/s, wobei in den einzelnen Bändern bis zu 11530, 5760 oder 1200 Mbit/s erreicht werden können. Die 5690 Pro kann ebenfalls als Zigbee-Zentrale dienen.

Glasfaser

AVM hat auch zwei Glasfaser-Spezialisten im Angebot. Sie unterstützen jeweils aktive (AON) als auch passive Anschlüsse (GPON, XGS-PON). Im ersten Fall hat jeder Haushalt eine eigene Leitung zum Netzbetreiber, im anderen teilen sich mehrere eine Leitung.

Die Fritzbox 5530 Fiber ist seit Dezember 2020 auf dem Markt und kostet etwa 170 Euro. Sie funktioniert sowohl an allen aktiven als auch passiven Glasfaseranschlüssen. Mit WLAN-ax erreicht sie Übertragungsraten von bis zu 2400 MBit/s. Neben einem 2,5-Gigabit-Anschluss hat die 5530 Fiber zwei Gigabit-LAN-Buchsen. Einen USB-Anschluss etwa für Speichermedien findet man an dem Gerät nicht.

Die Fritzbox 5590 Fiber ist eineinhalb Jahre jünger und ist ab rund 250 Euro erhältlich. Sie hat unter anderem zwei zusätzliche Gigabit-LAN-Buchsen, zwei USB-3.0-Eingänge und einen WAN-Anschluss für externe Modems. Außerdem kann sie im Gegensatz zur 5530 Fiber als Mediaserver dienen.

Mobilfunker

Fritzboxen für den LTE- oder 5G-Empfang kommen vor allem dort zum Einsatz, wo kein kabelgebundenes Internet zur Verfügung steht. Das einfachste Modell ohne jedes Extra ist die Fritzbox 6820 LTE, die es seit März 2020 bereits in der dritten Auflage gibt. Ab rund 150 Euro hat sie lediglich WLAN-n, mit dem Übertragungsraten von bis zu 450 MBit/s möglich sind. Das Gerät funkt nur mit 2,4 GHz, und es ist gerade mal ein Gigabit-LAN-Anschluss an Bord.

Besser ausgestattet ist die gleich alte Fritzbox 6850 LTE, die man ab etwa 175 Euro kaufen kann. Sie bietet WLAN-ac mit bis zu 866 MBit/s, nutzt auch das 5-GHz-Band, hat vier Gigabit-LAN-Buchsen und einen USB-3.0-Anschluss. Zudem kann der Router als Telefonanlage dienen.

Es gibt auch eine Fritzbox 6850 5G. Wer von ihr allerdings mehr als die allgemeinen Vorteile von 5G erwartet, wird enttäuscht. Die Variante hat exakt die gleiche Ausstattung wie das LTE-Modell. Preislich unterscheidet sie sich mit knapp 500 Euro aber gewaltig von der LTE-Version.

Die Fritzbox 6890 LTE ist gleichzeitig ein kabelgebundener Router, der ADSL(+) und VDSL beherrscht. Die LTE-Funktion dient als Notfall-Lösung. Mit bis zu 1733 MBit/s (WLAN AC) bietet das Gerät eine schnellere WLAN-Datenrate. Ansonsten ist der Router ähnlich wie die Fritzbox 6850 LTE ausgestattet. Die Kombi-Lösung hat ihren Preis, unter 350 Euro bekommt man das Gerät nicht.

Erst seit diesem Januar ist die Fritzbox 6860 5G im Handel. Sie kostet aktuell rund 440 Euro und ist bisher die einzige Mobilfunk-Fritzbox, die Wi-Fi 6 unterstützt. Damit erreicht sie im 5-GHz-Frequenzband bis zu 2400 Mbit/s, bei 2,4 GHz sind es höchstens 600 Mbit/s. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie über einen Ethernet-Eingang mit Strom versorgt werden kann. Sie hat aber nur einen Gigabit-LAN-Anschluss und keinen internen Speicher.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke