Was bringt eigentlich Wi-Fi 7?
Wi-Fi-7 ist seit rund einem Jahr der aktuellste WLAN-Standard, und immer mehr Geräte unterstützen ihn. Das ist eine gute Nachricht, denn IEE 802.11be bringt eine Reihe von großen Verbesserungen. Hektik bei der Umstellung ist aber unnötig, Wi-Fi 7 ist mit älteren Standards kompatibel.
Vier Jahre lang war Wi-Fi 6E der aktuellste WLAN-Standard, bis das Institut of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) im Januar 2024 bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas 802.11be alias Wi-Fi 7 an den Start schickte. Jetzt, rund ein Jahr später, ist es im Alltag angekommen, immer mehr Geräte unterstützen den neuen Standard.
Darunter befinden sich nicht nur die jüngsten Smartphones von Apple, Samsung, Google und anderen Herstellern, sondern auch Router wie die Fritzbox 5690 Pro, ohne die Wi-Fi 7 nur eine Spezifikation ohne großen Nutzen wäre. Doch auch wenn das heimische Netz noch nicht reif für den Standard ist, lohnt es sich, beim Kauf neuer Geräte darauf zu achten, dass sie ihn unterstützen. Denn Wi-Fi 7 bringt einige große Vorteile mit sich.
Abwärtskompatibilität
Voraussetzung für eine reibungslose Umstellung ist die Abwärtskompatibilität. Wi-Fi-7-Geräte funktionieren problemlos auch mit älteren Routern und umgekehrt. Sie bremsen sich auch nicht gegenseitig aus, ein iPhone 16 kann beispielsweise alle Vorzüge von Wi-Fi 6E nutzen.
Datenübertragungen bis 48 Gbit/s - theoretisch
Mit Wi-Fi 7 können theoretisch Datenübertragungen mit Geschwindigkeiten bis zu 48 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) erreicht werden. Mit dem Vorgänger-Standard sind im Idealfall höchstens 9,6 Gbit/s möglich. Als einer der aktuell schnellsten Wi-Fi-Router gilt der TP-Link Archer BE800, der laut Hersteller bis zu 9,6 Gbit/s schafft. In einem Test von "Notebookcheck" erreichte er in Verbindung mit dem Smartphone Xiaomi 14 knapp 4 Gbit/s.
Entscheidend für die hohen Geschwindigkeiten ist vor allem die optimale Nutzung aller drei Frequenzbänder. Auch Wi-Fi 6E unterstützt bei der Übertragung neben 2,4 und 5 Gigahertz (GHz) auch 6 GHz. Wi-Fi 7 kann dessen Potenzial allerdings voll ausnutzen, indem es die Kanalbreite von 160 auf 320 Megahertz (MHz) verdoppelt.
MLO und 4096-QAM
Zusätzlich sind Geräte im neuen Standard in der Lage, gleichzeitig mehrere Frequenzbänder zu nutzen oder zwischen ihnen flexibel zu wechseln. Das wird Multi-Link Operation (MLO) genannt.
Eine weitere Technik zur Geschwindigkeitserhöhung ist 4096-QAM (Quadraturamplitudenmodulation). Sie ermöglicht, dass mehr Daten in einem einzigen Funksignal übertragen werden. Dabei werden 4.096 verschiedene Signalzustände genutzt, um pro Symbol 12 Bit an Informationen zu codieren. Wi-Fi 6 schafft mit 1024-QAM nur 10 Bit pro Symbol.
Optimiertes MU-MIMO plus OFDMA
Schließlich kommt IEEE 802.11be mit einem optimierten MU-MIMO (Multi-User Multiple Input Multiple Output). Mit der Technik kann ein Router mehrere Geräte gleichzeitig statt nacheinander bedienen, indem bis zu 16 Datenströme parallel gesendet und empfangen werden.
Das ist besonders vorteilhaft in Haushalten mit vielen vernetzten Geräten. Sind weniger Clients im Netz, teilt der Router die Ströme optimal unter ihnen auf. Dabei kommt eine weitere Technik namens OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) zum Einsatz.
Niedrige Latenz
Die effizientere Nutzung der Funkfrequenzen reduziert die Latenz. Das heißt, die Verzögerung, die ein Datenpaket benötigt, um von einem Sender zu einem Empfänger zu gelangen, ist bei Wi-Fi 7 kürzer als bisher. Das bedeutet schnellere Reaktionszeiten, was besonders wichtig für Gaming, Videoanrufe und andere Echtzeitanwendungen ist.
Stabilere Verbindungen
Wi-Fi 7 erhöht die Stabilität von Verbindungen, da sie durch die gleichzeitige Nutzung mehrerer Frequenzbänder (MLO) weniger anfällig für Störungen sind. Hinzu kommen eine bessere Verteilung von Datenströmen (OFDMA- und MU-MIMO) sowie schnellere Bandwechsel und eine optimierte Fehlerkorrektur.
Höhere Effizienz
Durch die gleichzeitige Nutzung mehrerer Frequenzen und die optimale Verteilung von Datenströmen erhöht der neue Standard auch die Effizienz eines WLAN-Netzwerks.
Das ist speziell ein Vorteil in Haushalten mit vielen vernetzten Geräten wie smarten Türschlössern oder Fenster-Sensoren (Internet der Dinge), die nur eine geringe Bandbreite, aber eine stabile Verbindung benötigen.
Wi-Fi 7 bindet diese Geräte energiesparend und priorisiert ins Netzwerk ein, ohne dass sie mit Streaming- oder Gaming-Geräten konkurrieren müssen. Das ermöglicht zuverlässigere Smart-Home-Systeme, schnellere Reaktionszeiten und längere Batterielaufzeiten von Geräten ohne Kabelanschluss.
Erhöhte Sicherheit
MLO verbessert schließlich auch die Sicherheit von Verbindungen in einem Wi-Fi-7-Netzwerk. Denn durch die gleichzeitige Nutzung von zwei oder drei Frequenzbändern laufen die Daten über verschiedene Pfade. Das erschwert unter anderem sogenannte Man-in-the-Middle-Attacken, bei denen sich ein Angreifer zwischen den Router und verbundene Geräte schaltet.
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